Risiken & Nebenwirkungen

Seit dem 18. Jahrhundert sind Impfungen das Mittel der Wahl zum Schutz vor bakteriellen und viralen Infektionskrankheiten. Aber wie alles im Leben besitzen auch Impfungen nicht nur Vorteile, sondern beinhalten auch gewisse Risiken. So können Impfungen unter Umständen gewisse Nebenwirkungen verursachen. Ein zu 100 Prozent risikofreier Impfstoff existiert nicht. Jedoch ist der Nutzen einer Impfung zweifelsfrei wesentlich größer als das damit verbundene Risiko. Die Antwort des Immunsystems auf die Applikation eines Impfstoffes ist dem gesunden Organismus in der Regel nicht anzumerken.

Jedoch sollten aktive Impfungen ausschließlich bei gesunden Tieren durchgeführt werden, um Komplikationen zu vermeiden. Komplikationen können sich nämlich dadurch ergeben, dass Impfungen während der Inkubationszeit von Infektionen vorgenommen werden. Unter der Inkubationszeit versteht man den Zeitpunkt der Infektion bis zum Sichtbarwerden der ersten klinischen Symptome. Generell kommen solche „postvakzinalen Komplikationen“ wie Impferkrankungen, Impfdurchbrüche und Impfschäden jedoch sehr selten vor. Daher sollten einer Impfung stets eine kurze Anamnese und eine gründliche Allgemeinuntersuchung mit Messung der Körpertemperatur durch die Tierärztin / den Tierarzt vorausgehen.

Injektions-assoziiertes Fibrosarkom

Bei der Katze kommt es sehr selten an der Injektionsstelle zu einem Injektions-assoziierten Fibrosarkom. Dabei handelt es sich um die Ausbildung von Tumoren an Injektionsstellen und zwar unabhängig davon, ob ein Impfstoff oder ein anderer Arzneistoff injiziert wurde. Ausschlaggebend ist vermutlich das mit der Injektion einhergehende Trauma, das bei einigen Katzen zu einer Überreaktion führt. Außer an Impfstellen wurden Fibrosarkome aber auch nach der Injektion von beispielsweise Langzeitantibiotika und Depot-Steroiden beobachtet. Die genaue Ursache ist bislang noch unklar. Untersuchungen zufolge beträgt das Risiko eines impfungsassoziierten Fibrosarkoms zwischen 1:3.000 und 1:10.000.

Einer epidemiologischen Studie zu Folge bilden in den USA 0,63 Prozent von 10.000 Katzen ein Sarkom aus. Auf 10.000 Impfdosen bezogen werden 0,32 Prozent Sarkome entwickelt.
Wie diese Zahlen zeigen, ist die Anzahl der Fälle und damit das Risiko eines Injektionssarkoms gering. Wird dieses Risiko dem Infektionsschutz von Impfungen gegenübergestellt, ist der Nutzen der Impfung um ein Vielfaches höher als die Gefahr der Entstehung eines Injektionssarkoms.

 

"Impfungen sind nie zu 100 Prozent risikofrei. Jedoch ist der Nutzen einer Impfung zweifelsfrei wesentlich größer als das damit verbundene Risiko."