Krankheitsbild

Herpesviren

Es erkranken vor allem Kätzchen am Ende der Säugeperiode und in den ersten Wochen nach dem Absetzen. Meist erkranken nicht alle Tiere eines Wurfes gleich schwer.

Die Infektion mit felinen Herpesviren führt vor allem zu einer Entzündung der Nasenschleimhaut (Rhinitis), die sich durch Niesen und Nasenausfluss äußert. Ebenfalls häufig wird eine Entzündung der Lidbindehäute (Konjunktivitis) beobachtet.

Nach wenigen Tagen wird der Nasenausfluss meist schleimig-eitrig und die Tiere atmen schwer. Nach 10 bis 14 Tagen erholen sich einige Tiere spontan. Bei manchen Tieren kann sich die Infektion aber auch auf Maulhöhle und Zunge, den Rachenraum sowie Nasenhöhlen, Luftröhre und Lunge ausbreiten. Die durch das Virus hervorgerufenen Entzündungen werden häufig durch bakterielle Sekundärinfektionen verschlimmert. Es bilden sich Bläschen und sehr schmerzhafte Verletzungen an Zunge, Gaumen und Zahnfleisch.

Sind Maul- und Rachenraum, Luftröhre oder Lunge beteiligt, haben die Tiere in der Regel auch hohes Fieber, sind stark apathisch, husten, fressen und trinken nicht. Die Folgen sind Gewichtsverlust, Austrocknung und, Schwäche. Junge Kätzchen und immungeschwächte Tiere können an einer Herpesvirus-Infektion durchaus sterben.

Herpesviren können wie bereits erwähnt auch Entzündungen der Lidbindehäute mit Rötungen, Schwellungen, Augenausfluss und Lichtscheue verursachen. Die Hornhaut kann ebenfalls betroffen sein. Dabei entstehen schmerzhafte, linienförmige bis großflächige Hornhautverletzungen, die von einwachsenden Gefäßen begleitet werden können. Die Verletzungen (Geschwüre) können im günstigen Fall oberflächlich bleiben oder aber rasch tiefer werden und zur Perforation mit anschließender irreversibler Erblindung der Katze führen. Der Krankheitsverlauf ist darüber hinaus häufig sehr hartnäckig und die Abheilung dauert mehrere Wochen. Bei ausgewachsenen Katzen können Infektionsschübe auch nur ein Auge betreffen.

”Infektionen mit Herpesviren können bei der Katze schwere, mitunter tödliche Erkrankungen sowie eine Schädigung der Hornhaut mit Erblindung  hervorrufen.“

Bei Katzenwelpen können Herpesvirus-Infektionen zu ausgedehnten Verwachsungen der Bindehaut mit den Lidern und der Hornhaut führen. Dies kann eine starke Beeinträchtigung des Sehvermögens und der Lidfunktion zur Folge haben. Die Verwachsungen können chirurgisch gelöst werden, es besteht aber ein Risiko für die Entstehung von neuen Verklebungen.

 

Diagnostik

Der Nachweis von FHV 1 gelingt mit ELISA (Enzyme-linked immuno sorbent assay), PCR (Polymerase chain reaction) oder dem Immunfluoreszenz (IF) Antikörper Test.
Bei immunen Tieren können in der Regel virusneutralisierende Antikörper in hohen Titern nachgewiesen werden.