Infektionen mit Herpesviren

Einer der primär pathogenen Erreger des Katzenschnupfens ist das feline Herpesvirus Typ 1 (FHV 1). Im englischen Sprachgebrauch wird gelegentlich auch noch die ältere Bezeichnung FVR (felines Rhinotracheitis-Virus) verwendet.

FHV 1 ist die häufigste Ursache für Erkrankungen der oberen Atemwege bei Katzen (Katzenschnupfen-Komplex). Besonders empfänglich sind ungeimpfte Kätzchen unter 3 Monaten und ältere Tiere in Stresssituationen.
Nach der Infektion, die vor allem direkt über Sekrete, als auch indirekt durch beispielsweise kontaminierte Gegenstände erfolgt, breitet sich das Virus vom Nasen- in den Rachenraum und die oberen Atemwege aus. Auch die Lidbindehäute können betroffen sein. Bis erste Krankheitssymptome zu erkennen sind, vergehen zwischen 2 und 10 Tagen.

Die Virusausscheidung erfolgt bis zu 3 Wochen über Augen- und Nasensekret sowie Speichel. Jedoch bleiben etwa 80% der infizierten Katzen auch nach dem Abklingen der Symptome Virusträger und scheiden schubweise Virus aus. Das Virus verbirgt sich während der so genannten „Ruhezeiten“ in einem der Gehirnnerven (N. trigeminus).

Trotz der Ausbildung einer soliden Immunität nach einer Herpesvirus-Infektion, können solche latent infizierten Tiere das Virus in Folge von Stresssituationen (Geburt, Laktation, Ausstellung, Umgebungsveränderungen, Kortisonbehandlung) oder spontan - auch ohne selbst Krankheitssymptome zu zeigen - wieder zeitweise ausscheiden. Solche Tiere stellen die Hauptinfektionsquelle für andere Katzen dar.

”Latent infizierte Katzen sind die Hauptquelle für Neuinfektionen!“

Die Virusausscheidung beginnt 4 bis 11 Tage nach der Exposition und hält 1 bis 2 Wochen an. Zwischen einem Schub und dem nächsten liegen in der Regel mehrere Monate.